Photo ©Andrea Moroni
Religiöse Stätten
Abtei Monte Oliveto Maggiore
Gregorianischer Gesang und Weine der Benediktinermönche in der Provinz Siena
Abbazia di Monte Oliveto Maggiore
Strada Provinciale 451 "di Monte Oliveto", 113, 53041 Asciano SI, Italia

Die Abtei Monte Oliveto Maggiore, in Asciano, dem Herzen der Crete Senesi, ist ein prächtiger Klosterkomplex, der außerordentliche Kunstschätze birgt.

Die Geschichte der Abtei beginnt im Jahr 1313, als der senesische Adlige Giovanni de' Tolomei zusammen mit Patrizio Patrizi und Ambrogio Piccolomini beschließt, in einem abgelegenen Besitztum der Familie Tolomei, das als Accona bekannt ist und sich 36 Kilometer südlich von Siena befindet, ein klösterliches Leben zu beginnen. Hier leben sie einige Jahre recht asketisch, bis sie 1319 vom aretinischen Bischof, Guido Tarlati Pietramala als Kongregation anerkennt werden, damit sie nicht mit den verschiedenen ketzerischen Sekten verwechselt werden, die auf der italienischen Halbinsel verbreitet sind.

Die neue Kongregation beschließt, zum Benediktinerorden zu gehören, und der als ora et labora bekannten Regel zu folgen. Noch heute bestimmt den Besuch in der Abtei der Rhythmus des Klosterlebens, mit strengen Öffnungs- und Schließzeiten, die durch den unmissverständlichen Klang einer Glocke angekündigt werden.

Die Abtei Monte Oliveto Maggiore entspricht in ihrem Aufbau den klassischen Benediktinerabteien: Der Komplex besteht aus einer großen Kirche, einem Hauptkreuzgang und weiteren kleineren Kreuzgängen, einem Kapitelsaal und einem Refektorium. Hier kommt noch eine große Bibliothek hinzu.

Der Besuch beginnt in der Kirche, die im frühen 15. Jahrhundert erbaut wurde. Wie viele der senesischen Gotteshäuser derselben Epoche, erinnert auch diese an eine Gemäldegalerie, ja sogar an ein Museum für sakrale Kunst, in dem man neben prächtigen Gemälden auch Statuen und andere großartige Werke bewundern kann, wie das Notenpult des Chors von Fra' Raffaele da Brascia (1520) auf dem eine Katze abgebildet ist. Von der Kirche aus erreicht man den großen Kreuzgang, der von Luca Signorelli und Antonio Bazzi, genannt Sodama, vollständig mit Fresken ausgemalt wurde. Von hier aus gelangt man in das Refektorium und über eine Treppe zum Kapitelsaal und zur großen Bibliothek.

Während des Besuchs ist es empfehlenswert, sich Zeit zu nehmen, um der gesungenen Messe beizuwohnen, die die Olivetanermönche mit gregorianischem Gesang feiern. Weinliebhaber möchten wir darauf hinweisen, dass die Abtei über einen Weinkeller verfügt, in dem die Mönche den von ihnen produzierten Wein verkaufen.