Bolgheri, die Zypressenallee
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Von den Hügeln der Lunigiana bis Bolgheri: die Geschichte der toskanischen Weine
3 Weine der toskanischen Küste

Die toskanische Küste zwischen Massa Carrara und Grosseto weist eine vielseitige und abwechslungsreiche Küstenlandschaft aus Bergen, Hügeln und Ebenen auf, in der einige der besten Weine der Region angebaut werden. Dank der aromatischen Meeresbrise entstanden hier ideale Voraussetzungen für den Anbau von Weiß- und Rotweinen, die körperreich und zugleich samtig sind.
Eine Entdeckungsreise entlang der toskanischen Küste erzählt von der Geschichte der Familien und Pioniere, die
alte Traditionen mit modernen Ansprüchen kombiniert und damit alle Erwartungen bei weitem übertroffen haben.

Der DOC-Wein Colli di Luni wird im Hügelgebiet der Lunigiana angebaut, in denen die Menschen im Laufe der Jahrhunderte Terrassen errichteten, die sich perfekt für den Weinanbau eignen. Plinius der Ältere, der im Jahr 79 v.Chr. beim Ausbruch des Vesuvs ums Leben kann, schrieb: „Der Wein von Luni ist der beste Etruriens“.

Der Anbau von Wein in der Lunigiana begann in der Kaiserzeit und basierte vorrangig auf Vermentino-Reben. Heute werden vor allem Colli di Luni Vermentino, Colli di Luni Bianco und Colli di Luni Rosso produziert, der einen Anteil von mind. 50% toskanischer Sangiovesetrauben enthält.

Die Geschichte des Weins Colline Lucchesi DOC ist eng mit den Adelsfamilien aus Lucca verknüpft, die im 16.Jh. hohe Geldmengen in die Landwirtschaft investierten und prachtvolle Villen und Landgüter in der Umgebung von Lucca, der Stadt der Mauern, errichteten.

Zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert wurde der Anbau von Trauben intensiviert und die Kaufleute von Lucca begannen mit dem Handel und Export örtlicher Weine und Öle.

Die bedeutendsten Winzerfamilien waren die Guinigi, die Arnolfini und die Mansi. Viele der damaligen Weingüter produzieren auch heute noch exzellente Weine und bieten Besichtigungen und Verkostungen der 8 Sorten des Colline Lucchesi DOC an: Rosso, Sangiovese, Merlot, Bianco, Vermentino, Vin Santo und Vin Santo Occhio di Pernice. 

Bereits die Etrusker und Römer bauten in den Hügeln von Castagneto Carducci Trauben an. Die neuere Weingeschichte der Region begann jedoch in den siebziger Jahren in Bolgheri mit der Geburt eines großen Weins, dem Sassicaia.

Gehen wir jedoch ein wenig in der Zeit zurück. Ende des 17.Jh.s begann die Familie Della Gherardesca, auf dem Gebiet San Guido Wein anzubauen. Aufgrund eines starken Schädlingsbefalls im 20.Jh. musste man jedoch komplett von vorne mit neuen Rebsorten beginnen, für den örtlichen Boden geeignet waren. Anfang desselben Jahrhunderts heiratete die junge Gräfin Della Gherardesca den Markgrafen Incisa della Rocchetta.

Dieser stammte aus dem Piemont und liebte Pferderennen. Er war auch Eigentümer des legendären Ribot, eines der besten Vollblütlers aller Zeiten. Doch Pferde waren nicht sein einziges Hobby. Um das Jahr 1942 beschloss er, einen Wein zu kreieren, der komplett anders als die klassischen Toskanaweine sein sollte. Er importierte französische Reben nach Bolgheri und pflanzte sie auf den Hügeln an, da er glaubte, dass die Meeresbrise die Qualität des Endproduktes beeinträchtigte. Erst später erkannte man, dass die Meeresluft sich im Gegenteil positiv auf die Weintrauben auswirkte.

Der Wein, der von den Bauern zunächst als „ungenießbar“ bezeichnet wurde, erhielt in den siebziger Jahren die Auszeichnung als bester Cabernet der Welt. Von diesem Zeitpunkt an erhielt das Anbaugebiet Bolgheri strategische Bedeutung für den gesamten Sektor.

Heute werden in Bolgheri drei DOC-Weine produziert: Bolgheri DOC, Bolgheri Superione DOC und Bolgheri Sassicaia DOC.

Wenn Sie mehr über diese und viele andere Weine erfahren möchten, dann verpassen Sie nicht die Anteprima dei Vini della Costa am 5. und 6. Mai, das jährliche Festival der Weinproduzenten von der toskanischen Küste.