In Mulazzo die Dante-Statue Maestros Arturo Dazzi aus Carrara
Photo ©Geminiano Bertocchi
Von Mulazzo nach Fosdinovo, vorbei an Pontremoli: eine Tour zur Entdeckung der „Lunigiana Dantes“
Auf den Spuren Dantes in der Lunigiana
Lunigiana
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...wenn du wahre Kunde von Valdimacra hast und seiner Gegend, so gib sie mir, denn einst war ich dort mächtig“.

Mit diesen Worten beginnt im 8. Gesang des Fegefeuers der Dialog zwischen Dante und Corrado Malaspina: eine Begegnung, die eine Prophezeiung birgt und von der tiefen Verbundenheit zwischen dem Dichterfürsten und dem Gebiet der Lunigiana erzählt.

Von dieser Verbundenheit erzählen noch heute, 700 Jahre nach Dante Alighieris Tod, zahlreiche Orte und Denkmäler, allen voran das Dorf Mulazzo, antiker Hauptsitz der Familie Malaspina dello Spino Secco, in dem seit 2006 das Centro Lunigianese di Studi Danteschi untergebracht ist. Die mittelalterliche Altstadt wird von dem majestätischen Dante-Turm überragt, unter dem sich eine Statue des Dichterfürsten befindet, die von dem großen Arturo Dazzi geschaffen wurde.

Genau in diesem Dorf, dem Hauptort des Lehnsguts Spino Secco, wurde Dante im Frühjahr 1306 von Franceschino Malaspina empfangen, der ihm die Rolle des „Friedensbeauftragten“ übertrug, um den jahrhundertealten Streit zwischen den Malaspina und den Bischöfen von Luni beizulegen, der durch den berühmten Frieden von Castelnuovo vom 6. Oktober 1306 beendet wurde.

Wenige Kilometer von Mulazzo entfernt, in der Gemeinde Tresana, befindet sich die Burg Giovagallo, eine antike Residenz der Malaspina, die heute zur Ruine verkommen ist und in den kommenden Monaten im Mittelpunkt eines wichtigen Sanierungs- und Erschließungsprojekts stehen wird. 
Hier lernte Dante den Anführer Moroello Malaspina, Markgraf von Giovagallo, definiert als „Dunst aus Val di Magra“ (24. Höllengesang), und seine Frau Alagia Fieschi, die für ihre Großzügigkeit und Herzensgüte in Erinnerung blieb (24. Gesang Fegefeuer), kennen.

Die Gegenwart des Dichterfürsten in der Lunigiana ist auch an anderen Orten spürbar, die nicht direkt in der Göttlichen Komödie erwähnt werden, aber mit der lokalen Tradition verbunden sind, die oft Geschichte, Legende und Volksmärchen miteinander verwebt: In Fosdinovo stellen die Fresken im Hauptsaal der Burg Malaspina die wichtigsten Episoden der Begebenheit Dantes im Val di Magra dar, während in der Festung das sogenannte „Dante-Zimmer“ erhalten ist.

In Villafranca stellt ein großes Marmordenkmal Dante direkt unter den Mauern der Burg Malnido dar und in Pontremoli schließlich erinnert auf dem kleinen Platz von San Geminiano eine Gedenktafel an Kaiser Friedrich II., der hier vorbeizog, und die Blendung seines Beraters Pier delle Vigne, dem der Dichter im 8. Höllengesang in dem berühmten „Wald der Selbstmörder“ begegnet, den auch der Schriftsteller Carlo Caselli 1930 in seinem Band Lunigiana ignota zitiert.