Blick auf Vinci
Eine von den großen Namen der Geschichte inspirierte Tour
Kunst-Reise: Auf den Spuren verschiedener Künstler durch die Toskana
Marta Mancini
by Marta Mancini /de/autor/marta-mancini/

Es läuft unter Slow Travelling, Erfahrungstourismus oder verantwortungsvolles Reisen. Doch egal wie man es nennt, wichtig ist, dass man die Idee dahinter beherzigt: zu Fuß gehen, ohne Eile entdecken, neugierig sein und sich auf die lokalen Geschichten einlassen. Die Reise ist nicht abgeschlossen, wenn man nicht etwas über die besuchte Kultur gelernt hat. Museen, die Küche und manches mehr vermitteln selbstverständlich ebenfalls Kultur. Aber Kultur entsteht eben auch aus den Legenden und den Persönlichkeiten, die einen bestimmten Ort geprägt haben. Die Toskana beispielsweise war die Wiege vieler Künstler, Schriftsteller, Bildhauer und Musiker. Es gibt hier kleine Ortschaften, die Inspiration für die größten Namen der Geschichte waren.

In diesem kleinen Beitrag unternehmen wir einen »Bilderreise« zu den einigen Geburtsortenr toskanischer Maler. 

Wir starten am »einfachsten« Ort, verweist er doch direkt auf den Namen des Künstlers. Gehen wir also nach Vinci, um die Heimat des Genies Leonardo zu entdecken. Selbstverständlich kann man nicht behaupten, Leonardo da Vinci sei nur Maler gewesen, denn schließlich hat er auch seine Qualitäten als Erfinder, Technologe, Ingenieur und Wissenschaftler ausgiebig bewiesen. Aber man darf darüber dennoch seine künstlerische Begabung nicht vergessen. Seine Werke sind heute in alle Welt verstreut und nach wie vor ein Bezugspunkt für die jüngeren Generationen. In Vinci selbst sollte man unbedingt die Casa Natale (Geburtshaus) Leonardos besuchen; vervollständigt wird die Reise durch einen Besuch der Biblioteca Leonardiana mit ihrer auf das Werk Leonardos spezialisierten Sammlung, die unter anderem Modelle der von ihm entworfenen Maschinen und Geräte beinhaltet: darunter Kriegs- und Baustellenmaschinen sowie wissenschaftliche Instrumente.

Wir bleiben in der an Künstlern so »reichen« Provinz Florenz und reisen weiter nach Vicchio. Hier wurde Giotto geboren, einer der größten Künstler aller Zeiten, der die lange Tradition der italienischen Malerei begründet hat.

Aber Vicchio ist auch der Geburtsort von Beato Angelico, der unter anderem die Annunciazione (Verkündigung) von San Giovanni Valdarno sowie die von Cortona gemalt hat. Und dann noch Masaccio! Auch er ist ganz in der Nähe der anderen Künstler geboren. Es heißt, er habe nahe des Castel San Giovanni in Altura das Licht der Welt erblickt, dem heutigen San Giovanni Valdarno, einem kleinen Ort in der Provinz Arezzo, die ebenfalls reich an künstlerischen Zeugnissen ist.

 

Auch Piero della Francesca sei genannt, einer der großen italienischen Maler des 15. Jahrhunderts, der um 1415 in Sansepolcro, im Herzen des Valtiberina (Tibertal) geboren wurde. Der Ort wird auch Tor der Toskana genannt und hütet heute wie damals zwei Meisterwerke aus der Hand des Künstlers: die Resurrezione (Auferstehung) und das Trittico della Misericordia (Triptychon der Barmherzigkeit).

Wenn wir nun den Blick auf größere Gemeinden oder Städte wenden, wird auch Empoli eine Etappe der Reise, genauer gesagt der Stadtteil Pontorme, denn hier wurde Pontormo geboren, zu seiner Zeit ein echter »Visionär«. Und bei dieser Gelegenheit soll gleich noch sein florentinisches Alter Ego Giovan Battista di Jacopo di Gasparre, genannt Rosso Fiorentino, erwähnt werden.

Wir beschließen unsere Reise in Livorno: Hier ist man weit weg von den kleinen Ortschaften aus Stein, hier atmet man gute Meeresluft. In dieser Atmosphäre erblicken zwei unsterbliche Persönlichkeiten der Malerei das Licht der Welt. Es sind Amedeo (auch Dedo genannt) Modigliani und Giovanni Fattori, einer der Hauptvertreter der Macchiaioli.