Photo ©Museo della Paglia e dell'Intreccio Domenico Michelacci (Stroh- und Flechtwerkmuseum Domenico Michelacci)
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Sonstiges
Der florentinische Strohhut
Die berühmte handgefertigte Kopfbedeckung, die in der ganzen Welt als Synonym für Qualität und Tradition gilt
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Sonstiges

Der Florentinerhut ist nicht nur ein praktisches Accessoire zum Schutz vor der Sonne und ein Modeartikel, sondern auch eine Synthese aus Traditionen und Geschichten, die bis ins Mittelalter zurückreichen.

Er ist auch unter dem englischen Namen Leghorn bekannt, was Livorno bedeutet, da von diesem Hafen aus die Hüte in den Westen verschifft wurden, oder unter dem französischen chapeaux de paille d'Italie, zwei Begriffe, die bald zum Synonym für Qualität und Authentizität wurden und die italienische Flagge in die Welt trugen, indem sie das erste historische Made in Italy exportierten.

Der Florentinerhut weist die Besonderheit auf, dass er aus 40 Runden genähter Zöpfe mit jeweils 13 Fäden besteht, die aus den Abfällen der Weizenernte hergestellt werden. Ihre Herstellung erreichte im 16. Jahrhundert einen solchen Grad an Eleganz und Perfektion, dass Cosimo I. de' Medici eine Reihe von Herrschern des alten Kontinents mit der raffinierten Kopfbedeckung ehrte.  

Der eigentliche Erfolg des Florentinerhuts kam jedoch im 18. Jahrhundert, als man in der Signa-Landschaft begann, Weizen ausschließlich für die Herstellung von Hüten anzubauen; eine Veränderung, die Florenz und seine Umgebung zum Hauptproduktionsgebiet für feine Strohhüte machte.

Eine Inszenierung, die so berühmt ist, dass der französische Dramatiker Eugène Labiche sich von dem berühmten Hut zu seiner Theaterposse Un chapeau de paille d'Italie inspirieren ließ, die Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben und 1945 dank des Maestros Nino Rota in eine Oper verwandelt wurde.

In Signa befinden sich noch heute die wichtigsten Unternehmen der Branche, die im 1986 gegründeten Konsortium Il Cappello di Firenze zusammengeschlossen sind, sowie das Museo della Paglia e dell'Intreccio Domenico Michelacci (Stroh- und Flechtwerkmuseum Domenico Michelacci), eine Dauerausstellung, die die Geschichte des prestigeträchtigen Hutes anhand von Beispielen aus dem letzten Jahrhundert und der für die Herstellung verwendeten Maschinen nachzeichnet.