Photo ©Goncalo Figueiredo
Abbadia San Salvatore
Von der uralten Abtei bis zum Bergbaumuseum, entdecken Sie einen der reizvollsten Orte am Monte Amiata

Der kleine Ort Abbadia San Salvatore ist der Luftlinie nach der dem Gipfel des Monte Amiata nächstgelegene Ort sowie eines der bekanntesten Reiseziele dieser Gegend. Das uralte Zentrum entstand um die religiösen Tätigkeiten, die in der gleichnamigen Kirche ausgeübt wurden und, im Laufe der Jahre, verlor sie nie an Wichtigkeit.

Im 15. Jahrhundert beschrieb Papst Pius II. den Ort folgendermaßen in seinen Kommentaren: „Die Natur formte hier ein Tal, das acht Stadien misst und von rauen Felsen begrenzt wird. Die Vorfahren errichteten hier ein Dorf, das durch einen Wassergraben gut geschützt war.“

Sehenswürdigkeiten in Abbadia San Salvatore

Wenn man sich Abbadia von der Via Cassia kommend nähert, kann man auf den ersten Blick aufgrund des modernen Erscheinungsbildes und der breiten, von Bäumen gesäumten Straßen einen falschen Eindruck gewinnen, der sich jedoch ändert, sobald man das Zentrum des mittelalterlichen Ortes erreicht, der um die berühmte Abtei herum entstand und eine der reizvollsten mittelalterlichen Ortschaften der Toskana ist. Im Herz der Ortschaft ragt die Abbazia di San Salvatore empor, die nach den Überlieferungen im Jahr 762 vom langobardischen Herzog Ratchis gegründet wurde. Hier wurde die uralte Bibbia Amiantina aufgehoben, ein uraltes Bibel-Manuskript, das jetzt in der Biblioteca Laurenziana in Florenz aufbewahrt wird. Sehr beeindruckend ist schließlich die langobardische Gruft, die mit ihren vierunddreißig Säulen, wahrscheinlich auf das 7. Jhd. zurückzuführen ist.

Die Burg durchqueren drei parallel verlaufende Straßen entlang derer sich die Kirche Santa Croce (im Jahr 1221 erbaut) und die Kirche Sant’Angelo (aus dem Jahr 1313, heute im Privatbesitz) befinden.
Sehenswert sind auch der Palazzo del Podestà (oder di Giustizia), der Palazzo del Popolo und weitere mittelalterliche Bauten.

Von Bedeutung für die moderne Geschichte von Abbadia San Salvatore ist der interessante Bergwerkskomplex, der vor den Toren des Ortes liegt. Das Bergwerk, das von 1897 bis in die 1970er-Jahre in Betrieb war, bezeugt den tiefgehenden Wandlungsprozess, dem Abbadia San Salvatore im 20. Jahrhundert unterlag. Das heute stillgelegte Bergwerk wurde zum Museo Minerario umgestaltet, das sich der Geologie, Geschichte der Mineralgewinnung, der Arbeit in den Stollen und in der metallurgischen Anlage sowie dem Alltagsleben der Bergmänner widmet. Außerhalb des Museums kann man einen der Förderwagen besichtigen, die in den Stollen eingesetzt wurden.

In der Umgebung

Außerhalb der ersten Stadtmauer befinden sich die Kirche San Leonardo aus dem 13. Jahrhundert, die Kirche Madonna dei Remedi aus dem 17. Jahrhundert, die einen Freskenzyklus von Nasini besitzt, und die Kirche Madonna del Castagno aus dem 16. Jahrhundert an der Straße in Richtung des Amiata-Gebiets.

Ein Feldweg führt hingegen zu der rustikalen, von Wald umgebenen Chiesa dell’Ermeta. Unterhalb der Kirche befinden sich der Rupe di Dante (dessen Name auf sein an den Dichter erinnerndes Profil zurückgeht) und die Grotta dell’Arciere, auch „del Tesoro“ (des Schatzes) genannt.

Wann auch immer im Jahr man entscheidet, die Abbadia zu besuchen, sollte man nicht verzichten auf den Gipfel des Monte Amiata zu steigen, der über das ganze umliegende Tal herrscht. Hier empfiehlt man die Trekkingpfade zu folgen und, für Fahrradliebhaber, eine Mountainbike-Radtour.

Veranstaltungen

Jedes Jahr füllt sich die Abbadia nachts, zu Weihnachten, mit Leuten, die sich für die Anzündung der Fackeln, eine wundervolle Jahrtausende alte Tradition, wofür sich alle Einwohner der Gegend sowie vielen Touristen versammeln. Um Mitternacht, um Weihnachten zu feiern, werden große Holzstöße angezündet. Somit wird eine beeindruckende und warme Atmosphäre geschaffen, die einem zurück in die Vergangenheit führt.

Auch zu Ostern führt Abbadia San Salvatore eine alte Tradition weiter: die Giudeata, eine religiöse Prozession mit verkleideten Statisten, bei der man das Vorbeigehen von Christus durch sämtliche Straßen des Dorfes beiwohnen kann.

Typische Produkte

Unter den Spezialitäten von Abbadia San Salvatore befinden sich die Pilzsuppe und die g.g.A. Kastanien, nach der man die Ricciolina kosten sollte, eine leckere mit Schokolade, Haselnüssen und Schaumgebäck gefüllte Torte aus Mürbeteig, die typisch für diese Ortschaft ist.