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Calcinaia
FÄHRMÄNNER UND TRADITIONELLE KERAMIK

In der Mitte des zu Pisa gehörenden Arno-Tals liegt Calcinaia, eine Gemeinde, in der seit jeher Handwerk ansässig war und wo sich später auch Industrie ansiedelte. Der Name selbst verweist auf die traditionelle Keramikproduktion und die zahlreichen Kalkbrennöfen, die es hier bis in die 1960er Jahre gab, als die Gegend einen beträchtlichen Boom erlebte, vor allem im Ortsteil Fornacette.

Wer eine Vorstellung davon bekommen möchte, wie die Atmosphäre in den Brennereien war, kann dem nach Lodovico Coccapani benannten Keramikmuseum einen Besuch abstatten, in dem die Funde ausgestellt sind, die bei der Restaurierung des Gebäudes, in dem das Museum untergebracht ist, zum Vorschein kamen. Hier hat man Gelegenheit, die Geschichte von Calcinaia nachvollziehen, das einst ein wichtiges Zentrum der Keramikproduktion war.

Das Gebiet von Calcinaia war schon immer ein wichtiger Knotenpunkt im Hinterland von Pisa und so wie es das heute noch für den Straßenverkehr ist, war es das einst für die Flussfahrt, als es eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Handels im Arno-Tal spielte. Die enge Beziehung des Orts zum Fluss kommt jedes Jahr im Mai zum Ausdruck, wenn zu Ehren der Stadtpatronin, der hl. Ubaldesca Taccini, die Regata Storica sull'Arno stattfindet, bei der die Ortsteile La nave, Montecchio und Oltrarno antreten. Die Regatta erinnert an die Arbeit der Fährmänner, die von Calcinaia aus auf ihren Schiffen Sand, Ziegelsteine und Holz bis zum Hafen von Livorno brachten.

Die weite Arnoschleife in Calcinaia ist darüber hinaus einer der wichtigsten Austragungsorte für nationale und internationale Angelwettbewerbe. In der Nähe liegt am Ufer eines künstlichen Sees der Vergnügungspark Greenlandia, den vor allem Familien mit Kindern schätzen.