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Marciano della Chiana
EINE ERHABENE BURG IM HERZEN DER VALDICHIANA

Der antike Ursprung von Marciano della Chiana wird von zahlreichen Funden in der Umgebung bezeugt, wie der steinerne männliche Torso, der zur Grabskulptur eines Kriegers gehört, die in das 6. Jahrhundert v. Chr. zu datieren ist und im Archäologischen Museum von Arezzo ausgestellt wird. Im Mittelalter lag Marciano an wichtigen Nord- Süd-Verbindungen, insbesondere der Via Cassia und der Via Francigena.

Der Ort hatte seine Bedeutung seiner strategischen Lage auf einem Hügel zu verdanken, an der Grenze der Gebiete von Arezzo und Siena. Aus diesem Grund wurde das Castello di Marciano zwischen dem 13. und dem Beginn des 14. Jahrhunderts mit einer Feste, einem Mauerring und einem Turm versehen. Aus der ungewöhnlichen, trapezförmigen Anlage ist die militärische Bestimmung des Bauwerks zu ersehen, das sich von den Burgen der umliegenden Orte unterscheidet, die Wohnzwecken dienten.

In den historischen Ortskern gelangt man durch das Tor, über dem der Turm aufragt. Ihn dominiert die mächtige Burganlage mit den für Siena typischen Formen. Sehenswert ist auch die Chiesa dei Santi Stefano e Andrea, eine im 18. Jahrhundert umgestaltete Kirche, die ein Gemälde von Bartolomeo della Gatta beherbergt, das die Madonna mit dem Kind und Heiligen darstellt.

Das Umland von Marciano war am 2. August 1554 Schauplatz der berühmten Schlacht von Marciano (auch Schlacht von Scannagallo genannt), bei der Siena endgültig von Florenz geschlagen wurde.