Photo ©Luca Aless
Monterchi
EINE GRENZFESTUNG AUF EINEM EINSAMEN HÜGEL

In den Hügeln des Tibertals, nicht weit von der Grenze zu Umbrien, erhebt sich inmitten von mittelalterlichen Pfarrkirchen und Klöstern der stolze Ort Monterchi auf einem einsamen Hügel. Wahrscheinlich stand er einst im Mittelpunkt heidnischer Riten zu Ehren des Herkules, worauf der Name Mons Herculis zurückzuführen ist, aus dem dann Monterchi wurde.

Der alte Ortskern bewahrt das typisch mittelalterliche Aussehen, auch wenn ihm einige schwere Erdbeben im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert schwer zugesetzt haben. In den Gassen, mit kleinen Geschäften und dörflichen Bars, herrscht eine Atmosphäre aus anderen Zeiten vor. Man lässt sich gerne verleiten, an die steinernen Brüstungen zu treten, vor allem die der Aussichtsterrasse der Burg, von denen man einen weiten Blick über die Landschaft hat.

Monterchi ist aber auch als einer der Orte von Piero della Francesca bekannt. Der Künstler, einer der größten italienischen Maler des 15. Jahrhunderts, hat hier, auf den Spuren seiner Mutter, die aus dem Ort stammte, ein Meisterwerk hinterlassen: die Madonna del Parto, ein Fresko, das er 1459 in der Kirche Santa Maria a Momentana schuf. Dem Werk ist ein Museum gewidmet, das es in all seiner Herrlichkeit zeigt. Im Mittelpunkt eines weiteren Museums stehen Gewichte und Waagen: Das Museo dei pesi e delle bilance besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen Europas, zu der mehr als hundert Ausstellungsstücke gehören. Es organisiert interessante Workshops, bei denen man die Handwerkskünste der Vergangenheit entdecken kann.