Palaia
Lebhafte ländliche Ortschaften und beeindruckende aufgegebene Dörfer, die von der alten traditionellen Toskana künden

Palaia ist einer der geschichtsträchtigsten Orte der Valdera, dessen Ursprünge bis ins 4. Jh. v. Chr. zurückreichen, wie die Ausgrabungen belegen, die von der Besiedelung durch die Etrusker zeugen. Auf das Mittelalter geht hingegen die Burg zurück, die als Mons Magnifridum seit 986 belegt ist und aufgrund ihrer strategischen Position immer wieder Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen Pisa, Firenze und Lucca war.

Ihr goldenes Zeitalter erlebte Palaia zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert, als die Pieve di San Martino (im Jahre 1279), eine großartige Kirche vor den Toren des Orts, und die romanische Kirche Sant’Andrea erbaut wurden, in der kostbare Werke, wie das Andrea Pisano zugeschriebene Holzkreuz (1330) und eine Madonna mit Kind von Francesco di Valdambrino (1403) aufbewahrt werden.

Zu besuchen ist auch die Torre dell’Orologio, ein Turm mit einer Uhr, der sich in der Dorfmitte befindet. In alten Zeiten diente er als Stadttor, das Arco del Podestà genannt wurde und Schwalbenschwanzzinnen besaß. Ab 1655 wurde er dann Torre Civica delle Ore benannt (“Stadtturm der Stunden“).
Der Palazzo del Municipio ist das Rathaus von Palaia, ein dreistöckiger Palast mit einer breiten Fassade, die von klassischen Details bereichert wird, und eines der historischen Gebäude der Ortschaft ist. Er steht an einer wichtigen Stelle in der Piazza della Repubblica.

Palaia ist eine alte ländliche Siedlung in den Terre di Pisa, in der die Traditionen fortleben, wie auch in der Umgebung, zum Beispiel in den Ortschaften Montefoscoli und San Gervasio, in denen es zwei Museen gibt, die der pisanischen bäuerlichen Kultur gewidmet sind. In ihnen können die Besucher auf geführten Routen die Arbeitsstätten vergangener Zeiten kennenlernen, wie den Keller für Ölkrüge, die Ölmühle, die Kellerei und die Werkstätten der alten Handwerkskünste. In ihnen können die Besucher auf geführten Routen die Arbeitsstätten vergangener Zeiten kennenlernen, wie den Keller für Ölkrüge, die Ölmühle, die Kellerei und die Werkstätten der alten Handwerkskünste.

In die Vergangenheit eintauchen kann man auch in der Villa Saletta, die ein seltenes Beispiel für einen Gutshof mit Ort aus dem 16./17. Jhd. Diese Villa ist umso berühmter geworden als in ihrem Inneren die Filme „Die Nacht von San Lorenzo“, „Good Morning Babilonia“ und „Fiorile“ der Taviani sowie „Io e Napoleone“ von Paolo Virzì gedreht wurden;

Zu entdecken ist auch das kleine unbewohnte Dorf Toiano, eingebettet zwischen sanften Hügeln und steilen Sandfurchen.

Darüber hinaus ist Palaia ein guter Ausgangspunkt für wunderschöne Ausflüge: Vor Kurzem wurden einige Wege wieder hergestellt, darunter der Grande Percorso Naturalistico, den man mit dem Pferd, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden kann.

Wenige Kilometer von Palaia entfernt, befindet sich auch die Ortschaft San Miniato, die von der Via Francigena durchquert wird und auf einem das gesamte Tal beherrschenden Hügel eingenistet ist.

Denjenigen, die den richtigen Moment für einen Besuch suchen, bietet das Gebiet von Palaia viele Gelegenheiten. Angefangen bei den sommerlichen Festivals, die Musik und Theater gewidmet sind, wie die Rassegna Teatro Popolare Mauro Monni und Lirica sotto le stelle; weiter geht es mit kulinarischen Spezialitäten und typischen Volksfesten, darunter die Festa della Civiltà Contadina in Montefoscoli und die Veranstaltungen im Rahmen von Notti d’Estate.

Nicht zu vergessen schließlich die Mostra Mercato del Tartufo e del fungo Porcino, die seit nunmehr 30 Jahren im Oktober in Forcoli stattfindet und Trüffeln, Steinpilzen und weiteren typischen Produkte der Gegend gewidmet ist.

Das Klima, die Erde, die Pflanzenwelt dieser Ecke der Toskana ermöglichen es, dass hier eine der wertvollsten und geheimnisvollsten Früchte vorkommt, die weltweit in den besten Restaurants und auf den Tischen der Schätzer zu finden ist: ihre Majestät, die Trüffel. Insbesondere der Tartufo Bianco Pregiato reift hier von September bis Dezember.