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Sorano
Eine antike, in den Tuffstein gebaute Stadt im Herzen der Maremma

Sorano ist eine alte Stadt, die ihre Blüte während der Etruskerzeit erlebte. Es liegt wie das nahe Pitigliano auf einem Tuffsteinfelsen und wird auch Matera der Toskana genannt: Einen Namen, der auch auf die Höhlenwohnungen und die faszinierenden Via delle Cave, in den Fels geschlagene Hohlwege, zurückzuführen ist.
Ein Besuch von Sorano ist wie eine Zeitreise: Die faszinierende Ortschaft erwartet den Besucher mit pittoresken Häusern und Gassen und einer unvergleichlichen Atmosphäre.

Man nimmt an, dass Sorano zuerst während der Villanovakultur besiedelt wurde, der ersten eisenzeitlichen Kultur, dann folgten die Etrusker. Einige Jahrhunderte später war es im Besitz der Aldobrandeschi, die den Ort zu Verteidigungszwecken weiter ausbauten, mit Befestigungsanlagen versahen und vierhundert Jahre lang zu den mächtigsten Lehnsherren der südlichen Toskana gehörten.

Die wichtigsten Stadttore, durch die man in den Ort gelagt, sind die Porta di Sopra und die Porta dei Merli (oder Porta di Sotto): Erstgenannte liegt unterhalb der Fortezza Orsini und führt in das historische Zentrum von Sorano. Zweitere befindet sich dagegen in der Nähe des Masso Leopoldino und ist mit dem Wappen der Familie versehen.
In der Fortezza Orsini, die zu den eindrucksvollsten der von den Aldobrandeschi erbauten Festungen gehört, ist das Museum des Mittelalters und der Renaissance untergebracht.

Sehenswert ist auch die Kollegiatskirche San Nicola im Stadtzentrum. Im Inneren befindet sich ein schönes Taufbecken aus Travertin von 1563. Zu den wichtigsten Attraktionen Soranos gehören die Via Cave, ein Netz von zum Teil unterirdischen, in den Tuffstein gehauenen Hohlwegen.

Einmalig in seiner Art ist der Archäologische Park der Città del Tufo, in dem sich die wichtigsten historischen, archäologischen und kulturellen Schätze von Sovana, Sorano und Vitozza befinden.
Hier kann man neben der Kirche San Sebastiano und der Rocca Aldobrandesca die von den Etruskern in den Felsen gehauenen Nekropolen besichtigen, die sich harmonisch in die schöne Natur der Umgebung einfügen.
Aus den Gräbern in der Nekropole von Sovana sticht das monumentale Ildebranda-Grab heraus, das den Übergang vom archaischen Etrurien zur Herrschaft der Römer verkörpert.

Außerdem gibt es die Felsengräber inmitten einer üppigen Vegetation, die ihre faszinierende und mysteriöse Aura unterstreicht. Das bekannteste ist die Tomba della Sirena, ein Grab, das in der Nähe von Vitozza gefunden wurde. 
Darüber hinaus finden sich in der gesamten Umgebung von Sorano zahlreiche mittelalterliche Festungen, wie das Castello di Montorio, die Rocca di Castell’Ottieri und das Castello di Montebuono.

Im Tuffsteingebiet sprudeln Themalquellen mit einer Temperatur von 37,5° C aus dem Boden und speisen die Becken der Thermen von Sorano. Das historische Thermalbecken, das Bagno dei Frati genannt wird, geht auf das 15. Jahrhundert zurück und wurde von den Mönchen genutzt, die in den Räumen der Pfarrkirche Santa Maria dell'Aquila lebten, die damals ein Kloster war.

Zu den interessantesten Veranstaltungen von Sorano gehören die Festa delle cantine mit Degustationen typischer Produkte und Musik und die Festa del tufo e della birra, vier Tage mit Musik, lokaler Küche und Bier, die im Sommer stattfindet.
Am 30. Dezember wird dagegen auf der Piazza Busatti nach einer alten bäuerlichen Tradition ein großer Scheiterhaufen entzündet und am Feuer werden traditionelle Lieder gesungen.

Der Ort ist von Weinbergen umgeben, die sich mit Macchia, Olivenhainen, Weizenfeldern und Schafweiden abwechseln. In dem landwirtschaftlich geprägten Gebiet werden hochwertige, für die Maremma typische Produkte angebaut, wie die Bohnensorte Fagiolo Ciavattone, außerdem gibt es eine bedeutende Käseproduktion.