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Entdecken Sie Weinberge, Erosionsfurchen und malerische Ortschaften
4 Tage Trekking auf dem Rundweg Grande Anello di Siena
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Dauer
4 Tage

Die Terre di Siena: Das sind vielfältige Landschaften von unvergleichlichem Zauber auf einem kleinen Gebiet, dessen Mittelpunkt Siena ist, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Im Norden erheben sich die Hügel des Chiantigebiets; es in der ganzen Welt berühmt, wegen des Weins und der hübschen Ortschaften inmitten von endlosen Weinbergen, die besonders im Herbst bezaubern, wenn sie sich gelb, rot und braun färben. Im Südosten dann die Crete Senesi, die ebenfalls zum Weltkulturerbe gehören, das Land der calanchi - Erosionsfurchen - und der Tonerde, das im Mittelalter als "Deserto di Accona" bezeichnet wurde, weil es im Winter als Mondlandschaft erscheint und im Sommer gelb und karg ist.

Das Gebiet der Montagnola, im Nordwesten, ist dagegen unbekannter, aber deswegen nicht weniger schön. Es liegt vor den Toren Sienas und verbirgt unter seinem Kalkboden mehr als 80 Karsthöhlen. Darüber wachsen Steineichenwälder,  zwischen deren Laubwerk ein kostbarer gelber Marmor abgebaut wurde, der auch beim Bau des Doms in Florenz und in Orvieto Verwendung fand. Wenn man den Monte Maggio betrachtet - die höchste Erhebung der Gebirgskette Montagnola - erblickt man Monteriggioni, dessen Mauern den ganzen Ort umfassen und schon von Dante in der Göttlichen Komödie erwähnt werden.

Der Rundweg Grande Anello di Siena durchquert diese drei faszinierenden und vielfältigen Gebiete: Eine Route von 70 km, die in vier Etappen geteilt werden kann und über Nebenstraßen und kleinen Wegen zu Orten führt, die wegen ihrer Lage berühmt und anderen, die fast unbekannt sind, zu Landkirchen, Pfarrkirchen und Kartausen, verlassenen Dörfern, Zypressenalleen und kleinen Ortschaften, wo man bei einem schönen Glas Wein  - Chianti Senese, natürlich! - rasten kann. 

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1
Erster Tag
Die Kirche San Giovanni Battista in Ponte allo Spino
Von Isola d’Arbia nach Ponte allo Spino
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Erforderliche Zeit
1 Tag
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Streckenlänge
18 km

Unsere Reise beginnt in Isola d´Arbia, einem an der Via Cassia gelegenen Ortsteil von Siena. Wir überqueren das Flüsschen Tressa und wenden uns Richtung Podere Nuovo, wo wir auf ein Netz von kleinen Landstraßen stoßen.

Wir folgen den rot-weißen Wegmarkierungen auf der unbefestigten Straße nach Radi und Poggio ai Frati, es geht sanft bergauf und bergab, bis zu einem Aussichtspunkt. Um uns herum ragen die Zypressen als schlanke Silhouetten entlang der Straßen auf. Auf dem Weg nach San Rocco kommen wir an der Kirche San Piero vorbei, dann erreichen wir Linari.

Die kleine Siedlung dominiert ein Kloster aus dem 13. Jahrhundert, das während der Renaissance in einen Adelssitz umgewandelt wurde und heute ein Resort ist. Wir richten uns weiter nach den rot-weißen Markierungen und den von der Provinz aufgestellten Schildern und folgen der Staße nach Pian dei Mori. Am Ufer des Serpenna entlang erreichen wir unser erstes Ziel: Ponte allo Spino, wo die alte Pfarrkirche San Giovanni Battista einen Besuch lohnt.

Mit ihren warmen Farben ist die Kirche einer der schönsten romanischen Sakralbauten der gesamten Provinz. Das dreischiffige Kircheninnere schmücken Säulen mit kunstvoll gestalteten Kapitellen, die perfekt erhalten sind. Neben dem Gotteshaus befindet sich ein kleiner Kreuzgang und das Gebäude, in denen die Bischöfe von Siena den Sommer verbrachten.

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2
Zweiter Tag
Die Landschaft um Siena
Von Ponte allo Spino nach Badesse
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Erforderliche Zeit
1 Tag
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Streckenlänge
17,8 km

Wir starten am frühen Morgen in Ponte allo Spino in Richtung Toiano. Uns empfängt eine kleine Ortschaft, die ein Vorposten der Repubublik Siena war und vom "Palazzaccio" dominiert wird, der alten Burg. Nachdem wir über die Hauptstraße spaziert sind, vorbei an einer kleinen neoklassichen Kirche, gehen wir auf dem Weg CAI 113 weiter durch einen Wald und erreichen Colle dei Mandorli.

Der Weg führt durch eine bildschöne Landschaft, mit Blick auf die Villa di Montecagnano, und wir erreichen Santa Colomba. Die majestätische Renaissance-Villa im Zentrum des kleinen Orts wurde zwischen dem Ende des 15. und dem Beginn des 16. Jahrhunderts über den Ruinen einer mittelalterlichen Burg erbaut. Nun geht es Richtung Celsa, entlang des Wegs sehen wir die Abzweigung zur Einsiedelei San Leonardo al Lago aus dem 12. Jahrhundert, die man besichtigen kann, wenn man einen Umweg von ca. einer Stunde einplant.

Zurück auf dem Weg 113 erreichen wir Fungaia, dann begeben wir uns auf dem Weg 106 in den Wald, bis nach Pian del Lago. Auf einem breiteren Weg kommen wir nach Podere Caggio, wo wir einen wundervollen Blick haben, mit dem Monte Amiata im Hintergrund. Der Weg CAI 104 bringt uns zum Castello la Chiocciola, einem Vorposten Sienas in der Gemeinde Monteriggioni, an einem Ort, der schon in der Altsteinzeit bewohnt war. Die Burg verdankt ihren Namen dem hohen zylindrischen Turm, in dem sich eine Wendeltreppe (scala a chiocciola) verbirgt. Wir lassen die Burg zurück und gehen weiter zum Podere di Cerbaia, von wo aus wir das ferne Profil von Monteriggioni bewundern. Vorbei an Lo Staggia gelangen wir nach Badesse, dort verbringen wir die Nacht.

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3
Dritter Tag
Die Kartause von Pontignano
Von Badesse nach Pieve a Bozzone
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Erforderliche Zeit
1 Tag
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Streckenlänge
20,2 km

Wir nehmen unseren Weg Richtung Miniera wieder auf und erreichen den Ort Santo Stefano. In einem ständigen bergauf und bergab geht es weiter Richtung La Ripa und dann Poggio Teo, einem charakteristischer Hügel mit Pinien und Zypressen, bis wir - über kurze asphaltierte Abschnitte und Wege - Cellole erreichen. Zu unserer Linken sehen wir die Certosa di Pontignano, einen großen, im 14. Jahrhundert erbauten Klosterkomplex, den die Kirche San Piero dominiert und ein großer Kreuzgang schmückt. Über die Straße gelangen wir zur Villa di Monaciano - deren Garten man besuchen kann, wenn man sich an die Rezeption wendet - dann setzen wir unseren Weg bis zum Castello di Monteliscai fort.

Wir sind bald in Pieve a Bozzone, unserem heutigen Ziel. Aber bevor wir uns die verdiente Ruhe gönnen, gehen wir noch an einem schönen Aussichtspunkt auf die kleine Kirche San Giovanni Battista in Bozzone vorbei, die im 12. Jahrhundert erbaut und im 19. Jahrhundert restauriert wurde und sich im dichten Grün der Vegetation verbirgt.

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4
Vierter Tag
Die Val d´Orcia
Von Pieve a Bozzone nach Isola d’Arbia
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Erforderliche Zeit
1 Tag
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Streckenlänge
13,8 km

Wir setzen unseren Weg fort und wenden uns Richtung Vico d´Arbia. An einer Kreuzung können wir links abbiegen und einen Umweg von zwei Kilometern machen, der uns zur Villa di Montechiaro führt, die in Privatbesitz ist und einen wunderschönen Garten in Panoramalage besitzt.

Zurück auf der Hauptstraße durchqueren wir Vico d´Arbia mit seiner kleinen hübschen Kirche. Unser Weg setzt sich in Richtung Valle dell´Arbia fort und steigt an bis zum alten Landgut Presciano. Der Ort - der heute halb verlassen in friedvoller Stille döst - war früher ein Dorf inmitten von lehmigen Hügeln und kleinen Wäldern. Einst war er eine kleine Burg, später ein Dorf, in dem Legenden und Geschichten zu Hause sind.

Dann geht es weiter zu den verlassenen Gütern Podere Bandita und Podere di San Giovannone: Hier beginnt einer der faszinierendsten Abschnitte der legendären Crete Senesi, die weltberühmt sind für ihre eindrucksvolle Landschaft, mit den calanchi und den biancane, den typischen hellen und grauen Erdformationen dieses Gebiets. Über die Straße, der wir seit ca. zwei Kilometern folgen - bis zur Fattoria di Salteano - kommen wir schließlich nach Isola d´Arbia, dem Ausgangspunkt unserer viertägigen Tour.