Photo ©Enrico Caracciolo
Der Sentiero della Bonifica
Mit dem Fahrrad von Chiusi nach Arezzo, entlang des Canale Maestro della Chiana
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62 km
Difficoltà
leicht

Der Sentiero della Bonifica del Canale Maestro della Chiana, der Arezzo mit Chiusi verbindet, verläuft durch das Tal, in dem die faszinierende etruskische Kultur wurzelt. Er ist  ca. 60 km lang und für Reisende im Zeichen der Langsamkeit gedacht und ausgestattet, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Der Weg, der einst für die Instandhaltung des Kanals und der Schleusen genutzt wurde, weist keinerlei Gefälle auf und ist besonders für Ausflüge mit der ganzen Familie geeignet; darüber hinaus stehen den Reisenden zwei Eisenbahnlinien zur Verfügung. 

In diesem Landstrich wurden ab der Mitte des 14. Jahrhunderts umfassende Arbeiten zur Urbarmachung durchgeführt, die von den Medici begonnen und von den Habsburg-Lothringern fortgeführt wurden. Sie konnten auf die Mitarbeit bedeutender Wissenschaftler und Ingenieure zählen, darunter Leonardo da Vinci, Galileo Galilei und Vittorio Fossombroni aus Arezzo, dem der Weg gewidmet ist. Heute bietet das Schleusensystem aus der Zeit der Großfürsten, das in die wunderschöne Natur, reiche Geschichte und typische Landwirtschaft dieses Teils der Toskana eingebettet ist, eine wundervolle Route für Radreisende, die darüber hinaus zwei Bahnlinien nutzen können, um zu ihrem Ausgangspunkt zurückzukehren.

Der Fahrradweg entlang des Canale Maestro della Chiana bietet überdies Gelegenheit, Orte und Menschen kennenzulernen, die dieses Gebiet repräsentieren, das sich durch eine bedeutende Produktion von Wein, Olivenöl und Obst auszeichnet. Entlang des Wegs begegnet der Reisende Winzern, Orten, Ölmühlen und Handwerkern, die häufig auf den bekannten touristischen Routen nicht zu finden sind. Darüber hinaus kann er Zeugnisse der Etrusker entdecken, wie das Labyrinth des Porsenna in Chiusi und jahrtausendealte Nekropolen wie die in Cortona und Castiglion Fiorentino. Dieser Weg führt direkt in das Herz des belebten Tals, das denjenigen, die es mit dem Auto oder dem Zug durchqueren, unbekannt bleibt, um ein Stück authentische Toskana zu erleben.


Erste Etappe
Die Seen von Chiusi und Montepulciano
Der Lago di Chiusi in Poggio Casale
Der Lago di Chiusi in Poggio Casale 

Wir starten am Bahnhof von Chiusi und erreichen bald den Beginn des Wegs. Der erste Teil der Reise führt durch eine wunderschöne Natur. Wir radeln durch die grüne Landschaft in der Umgebung des Lago di Chiusi und des Lago di Montepulciano, die sich für angenehme Pausen anbieten und besonders bei Naturliebhabern und Birdwatchern beliebt sind. Nachdem wir etwa 15 km zurückgelegt haben, verläuft die Route durch die sonnenverwöhnte Val di Chiana, am Ufer des Canale Maestro entlang. Nach etwas mehr als 20 km führt der Weg am Callone di Valiano vorbei, einem bedeutenden Bauwerk, das im 18. Jahrhundert angelegt wurde, um den Wasserpegel der Seen von Chiusi und Montepulciano und deren Einfließen in den Hauptkanal zu regulieren.

Zweite Etappe
Im Herzen der Valle della Chiana
 

Wir radeln nun im Herzen der Schwemmebene zu Füßen der Ortschaft Valiano. Der letzte Abschnitt der Val di Chiana senese verläuft im Gebiet der Chianacce und Torrita di Siena, um dann Foiana della Chiana zu erreichen. Kurz vor Kilometer 35 fahren wir in der Nähe der Botte allo Strozzo vorbei, einer eindrucksvollen Kanalbrücke, die den Alliacciante delle Chianacce über den Canale Maestro führt, bevor er in den Allacciante di sinistra mündet. Hier beginnt der Abschnitt des Sentiero della Bonifica in der Provinz Arezzo.

Dritte Etappe
Eine Reise zu historischen Wasserbauwerken
 

Cortona, das auf einem Hügel zur Linken zu sehen ist und zu den unverzichtbaren Etappen einer Reise auf den Spuren der Etrusker gehört, liegt nicht am Sentiero della Bonifica. Es kann allerdings durch einen Umweg von ca. 12 km erreicht werden, wenn man dem sogenannten Sentiero dei Principes Etruschi folgt und eine anspruchsvolle Steigerung überwindet.

In Foiano della Chiana, in dessen Nähe der Radweg verläuft, findet der ältesten Karneval Italiens statt, der schon seit 1539 bezeugt ist. Der Weg verläuft zwischen Marciano della Chiana und Castiglion Fiorentino. Bei Kilometer 49 führt er in der Nähe des Casello idraulico di Frassineto vorbei, um dann senkrecht auf die große Verbindungsstraße  zu den prachtvollen Gutshöfen Font’a Ronco und Frassineto zu stoßen. Auf dem letzten Abschnitt der Reise entlang des Canale Maestro della Chiana, der durch die Obstplantagen und Weingärten von Civitella in Val di Chiana führt, kommen wir an bedeutenden Anlagen vorbei, die im 19. Jahrhundert geschaffen wurden, um das Wasser der Seitenkanäle in den Canale Maestro zu leiten.

Vierte Etappe
Zur Chiusa dei Monaci
Arezzo, Chiusa dei Monaci
Arezzo, Chiusa dei Monaci 

Wir fahren über die Ponti d’Arezzo und folgen einem Abschnitt, auf dem auch Autos fahren, in Richtung Arezzo, vorbei am Ponte alla Nave (der schon auf Leonardo da Vincis Karte von 1502 eingezeichnet ist). Nun, nachdem wir etwa 60 km zurückgelegt haben und sich unsere Reise dem Ende zuneigt, erreichen wir die eindrucksvollste Anlage, die Chiusa dei Monaci, eine mit dem Wasser der Chiana angetriebene Mühle, die schon seit 1115 dokumentiert ist.