Photo ©Enrico Caracciolo
Drei Tage im Val di Chiana zwischen Thermen und Sport
Von Chianciano bis Montepulciano mit dem Fahrrad: Erleben Sie den perfekten Urlaub!
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67 km
Dauer
3 Tage
Difficoltà
leicht

Wenn das, was sie brauchen, eine auch körperlich regenerierende Erholungspause ist, dann könnte eine Fahrradtour, die durch ein Gebiet führt, welches reich an Thermalbädern ist und ihnen die Zeit lässt, die, entlang der Strecke liegenden Zentren, kurz zu besuchen, für Sie genau das Richtige sein. Im Val di Chiana ist dies alles möglich.

Von Chianciano Terme aus, einem Paradies für diejenigen, die Thermalkuren und Wellness-Behandlungen benötigen, geht es durch unzählige Landschaftsansichten, dem Ortsteil von Sarteano und den Grünflächen von Cetona, bis hin zu den zwei „Chiari“, den Seen von Chiusi und Montepulciano. In der Ferne, am Fuße der am Horizont liegenden Berge, befindet sich der tiefblaue See von Trasimeno.


Erster Tag
Thermalbäder und Trekking zwischen Chianciano und Sarteano
Die Sinnesthermalbäder in Chianciano Therme
Die Sinnesthermalbäder in Chianciano Therme - Credit: Enrico Caraccciolo

Die Reise beginnt in Chianciano Terme, einer Thermalstadt, deren Glück es ist sich zwischen zwei prachtvollen Regionen der Toskana zu befinden: dem Val d'Orcia, der mit seinen Crete Senesi auch zu einem UNESCO Weltkulturerbe wurde und dem Val di Chiana, das mit hochwertigen Weinhängen überzogen ist.

Diese Ortschaft, die schon von den Etruskern bewohnt und geliebt wurde, beherbergt das bedeutende Museo Civico Archeologico delle Acque, in dem ein Großteil des Materials aufbewahrt wird, dass in der Umgebung aufgefunden wurde. Zur Sammlung gehört auch eine Galerie, die den, aus der Nekropolis von Tolle stammenden Kanopen, gewidmet ist, ein Nachbau eines fürstlichen Grabes aus dem sechsten Jahrhundert v. Chr. und einige Dekorationen aus dem Etruskertempel der Fucoli.

Wenn wir sie nach Chianciano führen, geschieht dies wegen den Thermalbädern, die auch von großen Persönlichkeiten der Vergangenheit, wie zum Beispiel Pirandello, geschätzt wurden. In den Thermalanlagen sprudelt ein großartiges Wasser hervor, dass sich positiv auf die Leber auswirkt und Osteoporose sowie Entzündungen der Harnwege bekämpft. Über die heilenden Eigenschaften hinaus, bieten die Thermalbäder in Chianciano spezielle Pfade zur Entgiftung, zum Kräfte tanken und zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes zwischen Körper und Geist. Massagen, Chromotherapien, Erlebnisduschen, Sauna und türkische Bäder: Hier finden Sie wirklich wieder zu sich selbst!

Um den Tag abzuschließen, empfehlen wir Ihnen, in der gleichen Gegend, in Sarteano für einen Spaziergang im mittelalterlichen Ortsinneren halt zu machen, um den kolossalen Umfang des Schlosses zu bewundern, der die bewohnte Ortschaft von oben beherrscht. Wenn Sie nach einem morgendlichen Besuch in den Thermalbädern aber den Wunsch verspüren etwas Sport zu treiben, empfehlen wir Ihnen, das Naturschutzgebiet von Pietraporciana, einem der „wildesten“ Naturschutzgebieten der Provinz Siena. Hier können Sie auf Trekkingrouten, im eindrucksvollen Buchenhain eine reiche Vielfalt von Blumen ausmachen, wie zum Beispiel Primeln, Windröschen und Türkenbund, einem äußerst raren Lilienexemplar.

Zweiter Tag
Der Berg Cetona und die Vergangenheit von Chiusi
Aussicht auf Cetona
Aussicht auf Cetona - Credit: mauro

Begeben Sie sich am darauffolgenden Tage auf die Reise, in Richtung Cetona: Hier wird Sie das Museo della Preistoria del Monte Cetona, das Museum der Vorgeschichte des Monte Cetona ins Staunen versetzen. Die Sammlung des Museums dokumentiert die Geschichte dieses Territoriums und seiner Einwohner ab dem Paläolithikum. Ein kurzer Umweg gibt Ihnen außerdem die Gelegenheit die prähistorische Wohnsiedlung in Belverde, mit ihrem System aus 25 Höhlen, die schon vor 40.000 Jahren bewohnt waren, zu besuchen. Das Archeodromo in Belverde, nahe dem archäologischen Gebiet, ist ein didaktischer Pfad, der ins Leben gerufen wurde, um den Museumsbesuch und den Besuch im Park zu vervollständigen und zu ergänzen. Auf dem Gelände, das mit Ausnahme der Höhle, auch für Behinderte zugänglich ist, werden Führungen und Bastelarbeiten veranstaltet.

Auch hier werden Sport- und Trekkingbegeisterte ihr ideales Habitat vorfinden. Der Monte Cetona ist der höchste Berg im gesamten Val di Chiana und bietet Füchsen, Dachsen, Hirschen, Mäusebussarden und anderen Raubvögeln, Stachelschweinen und Wildschweinen Unterschlupf. Daher gilt es den Monte Cetona zu Fuß, zu Pferde oder mit dem Mountainbike zu besichtigen und dabei einen der vielen Pfade, die sich durch die Wälder schlängeln, zu nutzen.

Wenn man die Ortschaft Cetona erst einmal hinter sich gelassen hat, geht es weiter nach Chiusi, um dort einen Nachmittag im Sinne der Geschichte und des Mysteriums zu verbringen; denn im Ortsteil, der schon von den Etruskern bewohnt wurde, kann man das Labyrinth von Porsenna besichtigen, eine Reihe von unterirdischen Stollen die sich unter der Altstadt von Chiusi befinden. Diese Tunnel, die mit Eintragungen und Urnen aus Alabaster, Marmor oder Travertin dekoriert sind, wurden schon von Plinio der Alte in seiner Naturalis Historiae erwähnt, in der ein Eintrag des Marco Terenzio Varrone über die Existenz eines sagenhaften Mausoleums von Porsenna zitiert wird.

Nach verschiedenen Ausflügen in die Natur und in die Geschichte kann der Tag mit einem Teller köstlicher Pici, einer handgefertigt Nudelsorte, die unregelmäßigen Spaghetti ähnelt, zu Ende gehen. Oder aber mit dem Brustico, eine Köstlichkeit die mit Süßwasserfisch zubereitet und auf dem Feuer des Schilfrohrs des Sees gegart wird.

Dritter Tag
Die Seen (und das Wohlfühlerlebnis) des Val di Chiana
Der See von Chiusi
Der See von Chiusi - Credit: Valeri Rossano -

Weiter geht es mit dem Zweirad auf der Route in Richtung des Sees von Chiusi und des Sees von Montepulciano, die „Chiari“, so wie sie im Val di Chiana genannt werden. Der Grund dafür ist einfach zu erklären; es genügt schon, von einen der vielen Ortschaften aus, die auf das Tal blicken, in Richtung Osten zu schauen, um so den Schimmer der beiden Seen zu entdecken, zwei kleine Gewässer, die sich inmitten der Landschaft abzeichnen, als befänden sie sich in einer Weihnachtskrippe. In der Tat handelt es sich hier um kleine Seen, die nicht besonders tief sind, aber dennoch eine bedeutende Auswirkung auf das Ökosystem des gesamten Gebietes haben. 
Nachdem sie jahrhundertelang dazu gedient haben, die lokale Wirtschaft mit der Fischerei zu unterstützen, stellen sie nun zwei wirklich wichtige natürliche Gebiete dar, in denen eine äußerst seltene Flora und Fauna ihr ideales Habitat findet. Es lohnt sich, sich etwas mit dem Ruder einer der charakteristischen Boote abzumühen, um die verstecktest Ecken der beiden „Chiari“ zu entdecken; man wird mit der unbezahlbaren Emotion belohnt, wenn man einen Purpurreiher oder einen Seidenreiher ausmacht, wie er sich aus dem Schilf heraus in die Lüfte schwingt.

Vom See von Montepulciano aus geht es dann in den historischen Ortsteil. Entlang der Strecke werden Sie die Anhöhen mit ihren Weinhängen sehen, auf denen der vorzüglicher Wein Nobile entsteht. Das Wochenende kann dann mit einem Espresso auf dem zentralen Platz oder in den Thermalbäder in Montepulciano, welche das heilende Wasser und den Schlamm nutzen, enden. In der thermalen Kuranstalt werden nämlich Krankheiten der Atemwege, Gelenkrheuma und Hauterkrankungen behandelt. Ein Nachmittag im Sinne der Erholung erlaubt es Ihnen, neue Kräfte zu tanken, um den Alltag zu meistern.